prelecziun / Autorenlesung Leo Tuor
14.09.2012 / 20:00 /
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Biblioteca populara / Scuol
Nach «Onna Maria Tumera oder Die Vorfahren» kehrt Leo Tuor mit «Settembrini» dorthin zurück, wo er am liebsten ist: auf die Berge. Wie Giacumbert Nau und Pieder Paul Tumera ist der Jäger Settembrini jemand, der an Geschichten glaubt statt an Gesetze. Er ist mit Geistern im Bunde und für jede Lebenslage mit einem Zitat bewaffnet.
Settembrini, das sind eigentlich zwei: So werden die Zwillinge Gion Battesta Levy und Gion Evangelist Silvester genannt, wenn sie allein unterwegs sind. Denn keiner kann sie unterscheiden, und auch dem Erzähler verschmelzen sie immer wieder zu einer Person.
So besteht «Settembrini» mal aus einem, mal aus zwei Onkeln des Erzählers, sie sind seine Lehrmeister, Jäger in den Alpen, die der Gemse auflauern und die Weltliteratur nach Sinn und Wesen der Jagd durchpirschen. Mit ihrem geballten Fachwissen über Gemsen und Bücher überschütten sie ihren Zögling, der damit alsbald an der Jagdprüfung brilliert.
«Settembrini» ist ein fantasievoller Roman über die Jagd, voller Nachdenklichkeit über das Töten und wilder Geschichten aus dem Leben in den Bergen.
«Schreiben solle ein Jäger nie. Bloß nicht auf die Idee kommen, zu schreiben. Schreiben sei eine noch zweifelhaftere Angelegenheit als das Auskochen von Trophäen. Zum einen gebe es schon genügend Bücher, und zum andern erfahre man, wenn ein Jäger sich entschließe, über die Jagd zu schreiben, mehr über den Mann als über die Sache selbst. Diese sei auch viel zu simpel. Ein Jagdbuch sei nach zehn Seiten geschrieben, und den Rest müsste man mit Bildern füllen, um auf einen anständigen Umfang zu kommen. Das waren die Theorien meines Onkels über das Schreiben.»
Leo Tuor
Settembrini
Leben und Meinungen
Roman
Aus dem Rätoromanischen von Peter Egloff
Titel der Originalausgabe: «Settembrini. Veta e meinis»
280 Seiten, gebunden
sFr. 38.–, € 29.50
Limmat Verlag
www.limmatverlag.ch
Adresse:
Biblioteca populara
Chasa du Parc
7550 Scuol



